Scroll 4 Innenraumbegrünungen

Wie kommt man eigentlich auf die Idee, Pflanzen in Räume zu holen?
Warum eigentlich macht man sich die Mühe, warum betreibt man den Aufwand, das Gedeihen von Pflanzen in Räumen möglich zu machen?
Darauf gibt es nur eine schlüssige Antwort: Weil Raumgrün etwas mit Menschen macht.
So sehr, dass Raumgrün Menschen geradezu begehrlich ist.
Geht es um Raumgrün, geht es um Menschen.

Was macht Raumgrün mit Ihnen?
Und was macht das mit Ihnen, wenn es fehlt?

4.1 Galerie bewährter Beispiele

Innenraumbegrünung - die dauerhafte Begrünung von Innenräumen für Wohnen, Arbeiten und Freizeit. Sie findet Anwendung in z.B.

Ausstellungsflächen
Botanischen Gärten
Einkaufspassagen
Einzelbüros
Firmengebäuden
Foyers
Großraumbüros
Hotels
Kantinen
Krankenhäusern
Reha-Einrichtungen
Schulen
Schwimmbädern
Seminarhäusern
Verwaltungsgebäuden
Wintergärten
Zoologischen Gärten

Die begrünten Räume sind in der Regel geschlossen und klimatisiert. Ausgeführt werden Innenraumbegrünungen mit Pflanzen in mobilen oder ortsfesten Gefäßen bzw. in Flächen mit oder ohne Bodenanschluss sowie entlang von Wänden.

Zusätzlich zur vorausschauenden Fachplanung kommt der fachgerechten Pflege von Innenraumbegrünungen eine entscheidende Bedeutung zu.

Definition nach: FLL-Richtlinien (FLL, 2024)

Hier finden Sie sie eindrucksvoll vereint:
Spannende Beispiele fantastisch begrünter Räume. Haben Sie eigene Belege? Dann schicken Sie uns doch ein Bild davon, mit erläuternden Infos dazu. Gerne per Mail an:
red.gartendesign@haymarket.de

Raumgrün ist so vielfältig wie die Situationen in denen es verwendet wird.
Die Situationen sind so vielfältig wie die Räumlichkeiten. Und wie die Menschen, die sich darin bewegen.
Das Bindeglied aber, ist das Raumgrün selbst. In der Vielfalt seiner Facetten.

Lust auf einen Selbsttest? Dann gehen Sie jetzt zurück an den Anfang der hier gezeigten Bildergalerie. Scrollen Sie erneut durch und löschen Sie vor Ihrem geistigen Auge die Präsenz der Pflanzen. - Welche Wirkung hat dieser zweite Durchgang auf Sie?

4.2 Vorteile von Innenraumbegrünungen - was Raumgrün mit Menschen macht

Es gibt unterschiedliche Deutungsansätze. Bekannt ist, dass der Mensch die Farbe Grün besonders entspannt anschaut - eine Entspannung, die sich auf seine Psyche überträgt. Und es sagt die Wissenschaft, dass die "Sehnsucht nach Grün" im Menschen evolutionsbiologisch epigenetisch angelegt sei.
"Mensch trifft Grün", das geht aber auch ganz alltagspraktisch, wie Sie im folgenden erfahren werden.

Was man vorab wissen muss

In der Natur besteht ein enger Bezug der Menschen zu Pflanzen. Mit ihrer Fähigkeit zur Fotosynthese, sind Pflanzen für Menschen unabdingbar. Zudem benötigen Menschen Pflanzen aus vielerlei weiteren Gründen, von der Nahrungsquelle über die Medizinalpflanze, bis hin zum Bau- und Brennstoff und zum Kulturgut.

Innenraumbegrünung hat den Zweck, das Verlangen des Menschen nach ihn direkt umgebendem Grün zu bedienen. Geht es dabei allein um dekorative Zwecke, handelt es sich um eine ästhetische Raumbegrünung. Kommen spezielle Produktversprechen hinzu (Luftreinhaltung, Luftbefeuchtung, div. Wohlfahrtswirkungen durch Pflanzen), handelt es sich um eine funktionale Raumbegrünung.

Zahlreiche wissenschaftliche Forschungen seit den 1980-er Jahren haben die Auswirkungen von ästhetischem wie auch funktionalem Raumgrün auf den Menschen untersucht und im Ergebnis beschrieben.

Was die Wissenschaft belegt

Fasst man diese Forschungen in ihrer Anwendbarkeit in der Praxis zusammen, so ergibt sich folgendes Bild:

positive biologische Wirkungen von Raumgrün:
Verbesserung der Raumluft durch Schadstoffabbau:
in der Praxis nahezu keine Relevanz
Erhöhung der rel. Luftfeuchtigkeit: wirkt nicht allgemein, sondern ausschließlich mit speziellen Pflanzen und nach ingenieurstechnischer Planung, Konzeption und Ausführung; dann aber sehr wirksam
Raumgrün sorgt nicht für pathogene Keimbelastungen (KBE) 

positive biotechnische Wirkungen von Raumgrün:
höhere rel. Raumluftfeuchte (s.o.)
reduziert Staub und die Häufigkeit elektrostatischer Entladungen
Verbesserung der Raumakustik (geringerer Nachhall, nicht weniger Lautstärke!)
Klimatisierung von Räumen ohne raumlufttechnische Anlagen möglich (s.o.)

positive psychologische Wirkungen von Raumgrün:
ästhetischer Mehrwert;
Reduktion von Stressempfindung;
Entspannungsinseln;
Verbesserung des subjektiven Wohlbefindens;
Aufwertung erhöht das eigene Wertempfinden;
Stabilisierung der Psyche;
Erhöhung des kreativen Potenzials;
Regeneration des Kraftpotentials;
besseres Verhältnis zum Arbeitsplatz

positive ökonomische Wirkungen von Raumgrün:
Luftbefeuchtung durch Pflanzen (Voraussetzungen s.o.) bedeutet geringeren Energieverbrauch und geringere Instandhaltungskosten als eine Raumlufttechnische Anlage („Klimaanlage“);
weniger Krankheits- und Fehltage durch pflanzenbasierte gezielte Luftbefeuchtung (s.o.);
bessere Motivation, Kreativität & Arbeitszufriedenheit; bessere Kommunikation (intern und extern); besseres Unternehmensimage (corporate green);

Wie schlussendlich, ist das Gesamtgefüge "Wohlfahrtswirkungen von Pflanze im Raum" im tatsächlich leistbaren Nutzen für Menschen (wahre Leistungsversprechen) zu bewerten?

Dazu folgende Übersicht, als Diagramm:

Bedeutungs-Reihenfolge:

Psyche aufhellen ( 55 % );
Luftfeuchte erhöhen ( 30 % );
Staub reduzieren ( 8 % );
Raumakustik verbessern ( 6 % );
Schadstoffe eleminieren ( 1 % )

Bedeutet: Die Wirksamkeit von Raumgrün auf die Psyche von Menschen ist in der Beurteilung einer Gesamtwirkung von Raumgrün mit über 50 Prozent zu veranschlagen. Sie ist also das wichtigste Verkaufsargument für funktionales Raumgrün. Das zweitwichtigste Argument ist das der gezielten Raumluftbefeuchtung, sofern dazu Prima-Klima-Pflanzen® fachgerecht eingesetzt werden. Werden sie nicht eingesetzt, verfällt dieses Argument komplett. Auch die Staubreduktion und die Verbesserung der Raumakkustik sind belastbare Verkaufsargumente für Innenraumbegrünungen. Der tatsächliche Abbau von Luftschadstoffen durch Raumgrün ist in der Verwendungspraxis gleichsam unbedeutend und deswegen hier nur mit einem "buchhalterischen Erinnerungswert" von einem Prozent mit aufgeführt. Begründung: Pflanzen können in vitro Luftsschadstoffe eliminieren, in situ ergeben sich aber kaum messbare Effekte, weil die Pflanze langsamer verstoffwechselt, als Schadstoffe nachgespeist werden.

Raumbegrüner sind keine Bittsteller mehr

Argumentieren Raumbegrüner beim Kunden mit der Schönheit von Raumgrün, sind sie Kostenverursache und damit Bittsteller. In Zeiten von Kostenreduktionen nicht länger ein tragfähiger Ansatz.

Argumentieren Raumbegrüner beim Kunden mit der Funktionalität von Raumgrün, wechseln sie in die Kategorie „Wirtschaftlichkeit im Facility Management“. Wenn sie quantifizierbare Argumente liefern, die Investitionen in Raumgrün als wirtschaftlich auszuweisen.

Häufiger Fehler dabei: Es werden Behauptungen von Wirksamkeit in den Raum gestellt, die nicht gerechnet sind. Es gibt aber Möglichkeiten, finanziellen Nutzen von funktionaler Raumbegrünung zu quantifizieren. So etwa in der Gegenüberstellung von Raumgrünkosten vs. raumakustische Verbesserungsmaßnahmen oder ingenieurstechnischer Luftbefeuchtung durch Pflanzen vs. derjenigen durch Raumlufttechnische Anlagen (RTA).

Entscheidend für den Erfolg von Innenraumbegrünungen im Markt ist großteils die betriebswirtschaftliche Argumentationsfähigkeit des Anbieters.

Kennen Sie das Produkthaftungsgesetz?

Wer Pflanzen mit der Zusage von z.B. Luftverbesserung verkauft, haftet für das Produktversprechen. Stellt sich beim Kunden das Leistungsversprechen nicht ein (keine Verbesserung), dann ist der Verkäufer verpflichten, den Mangel zu beheben.

TIPP: Die Luftbefeuchtung vorher juristisch absichern – und sie zuvor immer rechnen lassen!
Weil nicht nur ihr Zuwenig schädlich wäre, sondern auch ihr Zuviel.
Ganz so, wie bei einem Klimaprojektanden, vor Einbau einer Raumlufttechnische Anlage (RTA).
Raumluftfeuchte durch Pflanzen statt durch eine RTA muss passen, um zu passen.

RTA-Ersatz durch Pflanzen hier berechnen lassen.

Bei der fachgerechten Ausführung von Raumbegrünungen gelten die
Innenraumbegrünungsrichtlinien – Richtlinien für die Planung, Ausführung und Pflege von Innenraumbegrünungen, 2024 der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau (FLL) (2011).

Hier geht´s zum Fachverband Raumbegrünung und Hydrokultur im Zentralverband Gartenbaus e.V. (ZVG).

4.3 Die Sache mit der Raumluftfeuchte

Es ist ein Unterschied, ob etwas wahr ist – oder nur für wahr geglaubt. So auch bei der Luftbefeuchtung durch Raumgrün: Pflanzen in den Raum zu stellen und damit das Produktversprechen „höhere Luftfeuchte“ einzulösen, funktioniert so nicht.

Die Luftfeuchte in Räumen folgt üblicherweise dem Außenklima: warme feuchte Luft im Sommerhalbjahr, trockenere Luft im Winterhalbjahr. Gelangt im Winterhalbjahr kühle Außenluft in den Raum, trägt sie nur wenig Wasserdampf mit ein (geringe Wasserdampfkapazität der kühlen Luft). Wird die kühle Luft im Raum erwärmt, nimmt ihre Wasserkapazität massiv zu. Wird die Luft nicht durch zusätzliche Wassergabe gesättigt, entsteht „trockene Luft“. Sie ist der Auslöser von typischen Bagatellkrankheiten, wie Erkältungen.

Bei trockener Luft werden die feuchten Schleimhäute der oberen Atemwege trocken geatmet. Ohne schützende Schleimschicht können sich Keime ansiedeln, die zu Entzündungen des Nasen-Rachenraums führen.

Arbeitsmediziner fordern eine ganzjährige relative Raumluftfeuchte zwischen 40 und 60 Prozent. Ohne Raumlufttechnische Anlage werden in winterlichen Räumen meist nur Werte um 20 Prozent erreicht.

Keine leeren Versprechungen machen

Werden Zimmerpflanzen in den Raum gegeben, können sie die relative Raumluftfeuchte erhöhen. Mit dem konventionellen Sortiment an Zimmer- bzw. Raumbegrünungspflanzen ist eine markante Anhebung der relativen Raumluftfeuchte nicht erreichbar. Messungen durch die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) Veitshöchheim haben gezeigt, dass mit diesen Pflanzen die relative Raumluftfeuchte um lediglich etwa 2 bis 5 Prozent erhöht werden konnte.

Annahme ist, dass Pflanzen weit über 90 % ihres Gießwassers über die Stomata verdampfen. Es leuchtet ein, dass Zimmerpflanze mit wenig Wasserverbrauch zur relevanten Erhöhung der relativen Raumluftfeuchte nicht wesentlich beitragen können. Pflanzen mit hohem Gießwasserbedarf können das besser. Aber die meisten von ihnen nicht an kurzen lichtarmen Tagen in der winterlichen Ruhephase. Dann, wenn während der Heizperiode „trockene Raumluft“ hauptsächlich auftritt.

Raumlufttechnische Anlagen (RTA, „Klimaanlagen“), Verdunster, Verdampfer und andere technische Hilfsmittel sind dazu in der Lage, relative Raumluftfeuchte anzuheben, RTA sogar bis zum gewünschten Zielwert (wie z.B. mindestens 40 %; s.o.). All diese Hilfsmittel benötigen Energie, verlangen nach akribischer Hygienepflege, um nicht zu Keimschleudern zu werden und können durch Betriebsgeräusche im Raum störend wirken.

Kennen Sie das Produkthaftungsgesetz?

Prima Klima Pflanzen® sind Selektionen von Pflanzen, die auch im Winterhalbjahr hohe Mengen an hygienisch reinem Wasserdampf an die Raumluft abgeben. Prima Klima Pflanzen® sind Höchstleistungsverdunster.

Weil man weiß, welche Mengen Wasserdampf ein Quadratzentimeter Blatt jede Prima Klima Pflanze® abgibt lässt sich berechnen, wie viele Pflanzen welcher Größe ein bestimmter Raum benötigt, um darin den von Arbeitsmedizinern geforderten Richtwert von 40 bis 60 % relative Raumluftfeuchte durch Hinzufügen von Prima Klima Pflanze® zu erreichen, zu erhalten und sicher zu stellen.

Der Anwendung von Prima Klima Pflanze® geht folglich immer eine ingenieurstechnische Rechenleistung eines Klimaprojektanden voraus, der da Ergebnis garantiert und verantwortet.

Prima Klima Pflanzen® sind für die wirksame Raumluftbefeuchtung - auch bei höheren Luftwechselzahlen - die richtige Wahl. Vor einer gärtnerischen „pi mal Daumen“- Anwendung von Prima Klima Pflanzen® allerdings, ist auf der Rechtsgrundlage des Produkthaftungsgesetzes abzuraten. Daher gilt:

Raumluftbefeuchtung mithilfe von Pflanzen immer zuvor rechnen lassen.

Sichern Sie sich hier ab und lassen Sie Klimaprojektionen mithilfe von Pflanzen hier vorab rechnen.

Nur Könner können Raumbegrünung.
Jetzt mal einen deep dive.

4.4 Fachinformationen Innenraumbegrünung

Welche Formen der Innenraumbegrünung gibt es eigentlich?

Innenraumbegrünung hat den Zweck, das Verlangen des Menschen nach ihn direkt umgebendem Grün zu bedienen.

Geht es dabei allein um dekorative Zwecke, handelt es sich um eine ästhetische Raumbegrünung.

Kommen spezielle Produktversprechen hinzu (Luftreinhaltung, Luftbefeuchtung, div. Wohlfahrtswirkungen durch Pflanzen), handelt es sich um eine funktionale Raumbegrünung.

Operative Elemente dazu gibt es in hauptsächlich drei Kategorien, sortiert nach Häufigkeit der Anwendung:

Mobile Grünelemente: einzelne Pflanztröge bzw. Pflanztröge auf Rollgestellen, Begrünte Aufstellwände (z.B. als Raumtrenner, Sichtschutzelemente oder auch Element zur Verbesserung der Raumakustik (z.B. Verringerung der Nachhallzeiten / raumakustische Komfortelemente)

Begrünte Wände: modulare Pflanzkassetten oder in Regalbauweise angebrachte Pflanztröge, die an eine schon bestehende Wand montiert werden (vertikale oder auch horizontale Bauweisen, vgl. Fassadenbegrünungen).

Innenraum-Beete: fest installierte Beete, auch mit Anschluss an gewachsenen Boden; meist mit Be- und Entwässerungssystem; auch für größere Pflanzen und Indoor-Bäume verwendet.

Was ist bei der Planung von Innenraumbegrünungen zu beachten?

Die „Big Five“ der Innenraumbegrünung

Das sind die fünf Faktoren, die sich essenziell auf die Pflanzengesundheit und die Optik auswirken.

Beleuchtung

Was für uns Menschen ausreicht, ist meist zu wenig. Lichtmangel führt zu einseitigem Wuchs und Krankheiten. Pflanzen nutzen vor allem Blau- und Rotanteile des Spektrums für die Photosynthese.

Bewässerung

Von manuell (Gießkanne) über halbautomatisch (Tropfsysteme) bis vollautomatisch mit Feuchtefühlern – die Organisation richtet sich nach dem Systembedarf.

Raumtemperatur

Tropische Pflanzen lieben 20-25 °C. Bei starken Schwankungen (Sonne/Zugluft) sind mediterrane oder subtropische Arten die bessere Wahl für eine dauerhafte Begrünung.

Raumklima

Temperatur, Luftfeuchte und Frischluft müssen im Einklang stehen. Viele Pflanzen benötigen eine höhere Luftfeuchte, als sie in Standard-Büroräumen herrscht.

Pflege & Intervalle

Pflegeaufwand ist individuell. Werterhalt über Jahre sichert nur die Fachfirma – von falschem Schnitt bis falschem Gießen droht sonst der Totalverlust.

Welche Substrate werden in der Innenraumbegrünung verwendet?

Geeignet für die Innenraumbegrünung sind meist Substrate ohne oder mit nur wenig organischen Anteilen. Innenraumbegrünungs-Substrate müssen nämlich über lange Jahre hinweg strukturstabil bleiben können. Beispiele für solche Substrate sind: Blähton (Hydrokultur) und spezielle mineralische Substrate und Erden spezialisierter Hersteller.

Wird grundsätzlich eine künstliche Beleuchtung benötigt oder wann ja, wann nein?

Die Notwendigkeit einer Zusatzbeleuchtung richtet sich nach den Lichtverhältnissen am Standort und nach den Ansprüchen der verwendeten Pflanzen.

Ein Fachmann kann durch Lichtmessung und Pflanzenauswahl ermitteln, ob eine Zusatzbeleuchtung benötigt wird, oder nicht.

Falls erforderlich, sind auf dem Markt verschiedene LED-Beleuchtungssysteme verfügbar. Entscheidend ist es, dass sie das Tageslichtspektrum abdecken und auch im Photosynthesebereich der Pflanzen die entsprechenden Lichtwellen sowie Lichtmengen (Strahlungsintensitäten) aussenden.

Um sicherzustellen, dass die für die Pflanzenversorgung erforderlichen Elektroinstallationen gegebenenfalls montiert werden können, muss die spätere Raumbegrünung bereits in der Planungsphase von Bau oder Renovierung mitberücksichtigt werden. So wird verhindert, dass eine „last minute“-Begrünung passiert, bei der erforderliche Versorgungselemente im Nachhinein nicht mehr installierbar sind.

Fühlt sich an wie draußen.
Nur drinnen.

Drei Generationen Gregg in Nordkirchen. RaumbegrünungsKompetenz3.

4.5 Maximilian Gregg -
junger Kopf der Raumbegrünung

Raumbegrünungskompetenz hoch 3. So lässt sich kurz und bündig beschreiben, was bei Gregg im münsterländischen Nordkirchen passiert. Günter Gregg (†) gehört zu den hoch dekorierten, maßgeblichen Pionieren der Hydrokultur in Deutschland und Europa, wie sie Raumbegrünungen modernen Zuschnitts seitdem überhaupt erst möglich gemacht hat. Sein Sohn Markus gehörte Jahrzehnte lang zu den prägenden Raumbegrünern im Großraum Münsterland-Ruhrgebiet. Sein Sohn Maximilian hat das Unternehmen nun übernommen. Im Gespräch mit Engelbert Kötter öffnet er sich dessen Fragen und lässt erkennen, wie sehr er für Planung und Ausführungen von Innenraumbegrünungen brennt.

Wo Architektur, Technik und Pflanzen zusammen gedacht werden, entstehen ganz neue Begrünungskonzepte die weit über das hinausgehen, was man früher unter "ein paar Pflanzen im Raum" verstanden hatte.

Maximilian Gregg

Was macht Raumbegrünung für Sie aus, dass Sie sich dazu entschieden haben, ihr Ihre persönliche Lebensarbeitszeit zu widmen, Herr Gregg?

Die Natur im Innenraum erlebbar zu machen, treibt mich an. Raumbegrünung ist für mich weit mehr als Dekoration. Sie kann Räume zu einem Ort mit einer angenehmen Atmosphäre machen, in denen Menschen sich gerne aufhalten.

Ich bin in einem Familienunternehmen aufgewachsen, das sich seit drei Generationen der Innenraumbegrünung widmet. Als Kind bin ich durch die Gewächshäuser gerannt und nach wie vor freue ich mich, wenn ich diesen charakteristischen Geruch von damals wieder in der Nase habe.

Gleichzeitig gibt es ständig neue Entwicklungen. Es geht um Pflanzen, aber eben auch um Raumqualität, Aufenthaltsqualität, Gesundheit und moderne Arbeitswelten. Genau dieser Wandel macht das Thema für mich so spannend.

Gibt es einen Aspekt der Raumbegrünung, für den Sie eine besondere Leidenschaft haben?

Mich begeistert besonders die Verbindung aus Natur und Technologie.

Pflanzen sind ein sehr ursprüngliches Element. Heute gibt es immer mehr Möglichkeiten, die Wirkung messbar zu machen – etwa in Bezug auf Luftfeuchtigkeit, Raumklima oder Aufenthaltsqualität.

Wir entwickeln Lösungen bei denen Architektur, Technik und Pflanzen zusammen gedacht werden. Daraus entstehen ganz neue Begrünungskonzepte, die weit über das hinausgehen, was man früher unter „ein paar Pflanzen im Raum“ verstanden hat.

Wo steht die Raumbegrünung derzeit im Markt und wohin möchten Sie sie entwickeln?

Aus meiner Sicht ist die Raumbegrünung gerade dabei, den nächsten Schritt zu machen: von klassischen Pflanzgefäßen hin zu einem festen Bestandteil moderner Arbeitswelten. Dieser Prozess nimmt zunehmend Fahrt auf.

Viele Unternehmen beschäftigen sich heute intensiv mit Themen wie Mitarbeiterzufriedenheit, gesunden Arbeitsumgebungen und attraktiven Aufenthaltsräumen. Gleichzeitig verändern sich Arbeitsplätze und Arbeitsweisen.

Raumbegrünung sollte als Bestandteil der Gebäudeplanung verstanden werden. Ähnlich wie Licht, Akustik oder Möblierung für Menschen, die sich an ihrem Arbeitsort wohlfühlen.

Die große Chance liegt darin, Begrünung nicht als Dekoration zu sehen, sondern als funktionalen Bestandteil der Gebäudequalität. Der Mensch und sein Arbeitsumfeld stehen dabei im Mittelpunkt.

Was braucht es, um das zu erreichen?

Vor allem den Willen, diese Entwicklung konsequent umzusetzen. Dafür braucht es eine bessere Integration in die Planung und eine klarere Kommunikation des Mehrwerts.

Begrünung wird in Projekten häufig noch sehr spät bedacht. Wenn sie jedoch frühzeitig gemeinsam mit Architekten, Planern und Betreibern entwickelt wird, entstehen deutlich bessere Lösungen.

Außerdem müssen wir als Branche noch stärker erklären, welchen Beitrag Pflanzen zu Raumqualität und Wohlbefinden leisten können. Die Fakten liegen eigentlich auf der Hand – sie müssen nur an den richtigen Stellen kommuniziert werden.

Welche Begrünungsarten sehen Sie künftig als relevant?

Relevant werden aus meiner Sicht vor allem Gruppen und größere Flächen mit Pflanzen – also der bewusste Blick ins Grüne.

Ich glaube, dass Systeme mit klarer Funktionalität an Bedeutung gewinnen werden. Dazu gehören beispielsweise modulare Begrünungssysteme, größere Pflanzstrukturen, Pflanzenwände oder Raumgliederungen durch Pflanzen. Sie wirken nicht nur dekorativ, sondern gestalten Räume aktiv mit – und idealerweise bleiben sie dabei möglichst flexibel.

Einzelne Pflanzen einfach zu verteilen wird dagegen langfristig weniger Bedeutung haben. Gefragt sind eher ganzheitliche Konzepte, die Architektur, Raumwirkung und Nutzung miteinander verbinden.

Wie gelingt es Ihnen, Kunden zu überzeugen?

Meistens nicht mit einem einzelnen Argument.
Ich frage eher: Wie soll sich ein Raum anfühlen? Welche Atmosphäre soll entstehen?
Wenn man darüber spricht wird schnell klar, welchen Unterschied Pflanzen machen können.

Die Fakten liegen eigentlich auf der Hand – sie müssen nur an den richtigen Stellen kommuniziert werden.
Maximilian Gregg

Wie ließe sich das Preisniveau der Branche verbessern?

Bei der aktuellen wirtschaftlichen Lage können wir nicht nur über die hohe Wertigkeit sprechen. Es ist genauso wichtig, auch preislich passende Lösungen anbieten zu können.

Trotzdem braucht Raumbegrünung einen besseren Stellenwert. Viele Raumbegrüner kennen das: Die Büroeinrichtung ist sehr hochwertig und von namhaften Herstellern – bei den Pflanzen wird dann aber gespart. Dabei sind die Pflanzen für die Mitarbeiter oft ein sehr wichtiger Bestandteil des Arbeitsumfeldes.

Wenn Raumbegrünung nur „nice to have“ verstanden wird, wird sie zwangsläufig über den Preis bewertet. Wenn sie dagegen als Bestandteil der Arbeitsplatzgestaltung und Aufenthaltsqualität gesehen wird, verändert sich auch die wirtschaftliche Bewertung.

Dazu gehört auch, dass wir unsere Leistungen professionell planen, darstellen und kommunizieren. Ein entsprechender Auftritt und eine höhere Akzeptanz der Branche können langfristig dazu beitragen, das Preisniveau zu verbessern.

Wie bewerten Sie die stärkere Einbindung der Raumbegrünung in die Gebäudebegrünung beim BuGG?

Ich halte diesen Schritt grundsätzlich für sehr sinnvoll.

Gebäude werden heute ganzheitlicher betrachtet – energetisch, ökologisch und gestalterisch. In diesem Kontext gehört Innenbegrünung selbstverständlich dazu.

Für mehr Sichtbarkeit reicht die organisatorische Einordnung allein nicht aus. Wichtig wird sein, dass Raumbegrünung auch in der Praxis stärker in Planungsprozesse eingebunden wird und ihre Wirkung klarer kommuniziert wird.

Großprojekte, wie sie aus der Dach- und Fassadenbegrünung bekannt sind, gibt es auch zunehmend in der Innenraumbegrünung. Das wird in der öffentlichen Wahrnehmung teils noch unterschätzt.

Wenn Erfahrung und Innovation zusammenkommen,
hat Raumbegrünung eine starke Zukunft.
Maximilian Gregg

Gibt es abschließend noch etwas, das Ihnen wichtig zu sagen ist, wonach ich aber nicht explizit gefragte habe?

Die schönste Planung nützt nichts, wenn Pflanzen nach kurzer Zeit nicht mehr gut aussehen. Gute Raumbegrünung braucht Fachwissen, Erfahrung und verlässliche Pflege. Wir verkaufen ein tolles Produkt – aber wir müssen auch dafür sorgen, dass es langfristig gut wirkt.

Genau das habe ich aus unserem Familienunternehmen mitgenommen. Gleichzeitig sehe ich meine Aufgabe darin, diese Erfahrung mit neuen Ideen weiterzuentwickeln.

Wenn Erfahrung und Innovation zusammenkommen, hat Raumbegrünung eine starke Zukunft.

Danke für die gewährten Einblicke, Herr Gregg.
Das Interview führte Engelbert Kötter